So kaufen Sie einen neuen Traktorreifen: 10 Schritte, die Sie beim Kauf beachten sollten

Alle 6.000 Betriebsstunden steht es im Schnitt an: Neue Reifen für den Traktor müssen her. Ale generelle Faustregel gilt, dass Sie spätestens dann in neue Pneus investieren sollten, wenn das abgefahrene Profil der Alten zu übermäßigem Schlupf führt. Sie sparen dann sofort Diesel, wenn Sie die Reifen erneuern.

Ob für den Acker, das Grünland oder rund um den Hof: Traktorreifen sind eine wichtige Investition für Landwirte. Die wichtigsten Aspekte beim Kauf haben wir Ihnen hier auf einen Blick zusammengefasst.

1. Neue Reifen, sobald die alten den Dieselverbrauch erhöhen

Auch das Leben eines Traktorreifens ist begrenzt und kommt irgendwann an sein Ende. Spätestens wenn Ihre Traktorreifen zu alt sind, starke Abnutzung oder Reifenschäden aufweisen, ist es an der Zeit, sie zu ersetzen – schon aus Sicherheitsgründe. Rentabel ist ein Wechsel aber schon früher: Sobald die Stollen so weit abgefahren sind, dass sich der Schlupf bei der Feldarbeit erhöht, braucht der Traktor unnötig viel Diesel. Dann sind neue Pneus eine rentable Investition.

2. Nur paarweise: Diese Regel gilt für Traktoren genauso wie für Autos

Hin und wieder kommt es vor, dass Sie eigentlich nur einen neuen Reifen benötigen. Am einfachsten wäre es – logischerweise – einfach den beschädigten Reifen zu tauschen.

Doch wie beim Auto sollten Sie darauf achten, dass die Profiltiefen Ihrer Traktorreifen auf einer Achse identisch sind. Anders als beim Auto hat das hingegen nicht nur mit der Verkehrssicherheit zu tun. Bei Feldarbeiten ist es ungünstig, wenn die Räder einer Achse unterschiedlich viel Grip haben. Über das Differential wird der neuere Reifen daran gehindert, seine volle Leistung zu entfalten. Deswegen lohnt es sich in den meisten Fällen, beide Reifen einer Achse zu erneuern.

3. Traktoren arbeiten überall – der Reifen muss dazu passen

Vor dem Kauf ist es wichtig sich darüber Gedanken zu machen, wo Sie am meisten mit ihrem Traktor unterwegs sind. Jeder Betrieb nutzt seinen Traktor für unterschiedliche Arbeiten und benötigt somit auch einen entsprechend anderen Reifen.

Wenn Sie beispielsweise viel Zeit auf der Straße verbringen, muss Ihr neuer Traktorreifen die Kraft optimal auf harten Untergrund übertragen, ohne dabei zu stark zu verschleißen.

Auf dem Feld ist eher die Fähigkeit gefragt, mit niedrigem Luftdruck hohe Gewichte zu tragen. Das erhöht die Auflagefläche des Reifens und verteilt das Gewicht der Maschine besser. So beugen Sie Schadverdichtungen im Boden vor.

4. Brauchen Sie VF- oder IF-Reifen, die besonders viel Gewicht tragen?

Der Kauf eines brandneuen Traktorreifen ist eine größere Investition und sollte ein wenig im Voraus geplant werden.

Vor dem Kauf sollten Sie sich mit den Bezeichnungen vertraut machen. Informieren Sie sich gut über die Fachbegriffe und neue Technologien zu den Traktorreifen.

 

Ein Trend der letzten Jahre sind VF- und IF-Reifen.  Sie benötigen im Vergleich zu Standard-Radialreifen bei gleicher Belastung weniger Luftdruck. Die VF-Reifen (‚Very High Flexion‘ – „sehr hohe Biegsamkeit“ der Reifenflanke) tragen im Vergleich zu Standard-Radialreifen bei gleichem Luftdruck rund 40 Prozent mehr Last. Oder umgekehrt gedacht: Selbst bei hohen Rad- und Achslasten wie z.B. bei der Gülleausbringung können Sie den Druck dieser Reifen auf bis zu 0,5 bar senken, ohne dass Ihr Gespann instabil wird oder sie die Reifen beschädigen. Das bedeutet gerade bei Einsätzen mit schweren Maschinen, die für die Bodenstruktur besonders kritisch sind, weniger Schadverdichtungen!

 

Ein etwas günstigerer Zwischenschritt sind die IF-Reifen (‚Increased Flexion‘ – „verbesserte Biegsamkeit“ der Reifenflanke). Sie tragen bei gleichem Luftdruck immerhin rund 20% mehr Gewicht als Standardreifen.

5. Mensch schlägt Google: Reifenhändler vor Ort

Bevor Sie durch das Internet stöbern und viel Zeit aufwenden, kann es hilfreich sein sich einmal bei Ihrem Reifenhändler vor Ort zu erkundigen. Wichtig dabei ist, dass dieser auf Landwirtschaftsreifen spezialisiert ist. Zusätzlich kann der Händler vor Ort Sie auch auf mögliche Aktionen der Hersteller aufmerksam machen, welche Sie dann nutzen können. Hierbei kann es also sinnvoll sein, sich frühzeitig mit Ihrem Händler in Verbindung zu setzen.

6. Auf die richtige Felgengröße achten

Der neue Traktorreifen muss auch immer im Einklang mit der Felge stehen.

Bei dem jeweiligen Hersteller können Sie eine entsprechende Reifenbetriebsanleitung anfordern und somit die empfohlene Felge ausfindig machen. Hier ist der Reifenhändler vor Ort wieder ein guter Ansprechpartner.

7. Das passende Preis-Leistungs-Verhältnis

Umso mehr Sie vergleichen und recherchieren, werden Sie früher oder später auch auf erstaunliche günstige Traktorreifen im Internet stoßen. Hier sollten Sie aber genauer aufpassen und nicht nur auf den Preis achten.

Der Hersteller günstiger Reifen muss an einer Stelle in der Produktion sparen, damit er die Reifen so günstig anbieten kann. Hier kann sich der Preis also auf die Qualität vom Material auswirken, was für Sie später zum Verhängnis werden könnte.

8. Welche Größe für welchen Einsatz?

Bei den meisten Traktoren haben Sie mehrere Optionen, welche Reifengröße sie aufziehen. Welche Dimensionen erlaubt sind, lesen Sie zum Beispiel in Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I („Fahrzeugschein“) unter den Nummern 15.1, 15.2 und 15.3. Innerhalb dieser Dimensionen gilt: Je mehr Sie den Traktor für Zugarbeiten einsetzen, desto mehr profitiert er von breiteren Reifen. Mit diesen kann er mehr Motorpower auf die Straße übertragen. Gleichzeitig führen breitere Reifen zu mehr Dieselverbrauch und Verschleiß. Wer den Traktor nur rund um den Hof und auf der Straße einsetzt, fährt daher eventuell mit schmaleren Reifen besser.

9. Der richtige Luftdruck schont Boden und Tank

Der richtige Luftdruck ihres neuen Traktorreifens sorgt für weniger Verschließ und schont zudem Ihren Geldbeutel, da der Dieselverbrauch beim korrekten Luftdruck deutlich sinken kann. Daher ist es wichtig, dass Sie bei Ihrem neuen Reifen den richtigen Luftdruck auswählen.

Auf der Straße sollten Sie unbedingt mit einem höheren Luftdruck unterwegs sein. So verbrauchen sie weniger Diesel und die Reifen verschleißen langsamer.

Auf dem Feld soll der Traktor hingegen liefern, was sein Name verspricht: Traktion. Dafür müssen sich die Stollen des Reifens auf einer möglichst großen Fläche in den Boden drücken. Ein niedrigerer Reifendruck ist dafür Voraussetzung.

Vor allem Profibetriebe setzten daher immer häufiger auf Reifendruckregelanlagen. Je mehr Sie im Alltag von der Straße aufs Feld und zurück wechseln, desto lohnender ist diese Investition.

10. Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex

Wenn wir gerade einmal dabei sind von Geschwindigkeit zu sprechen, dann kommen wir doch direkt als letzten Punkt zum Thema Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex. Der Tragfähigkeitsindex – auch Lastindex genannt – gibt die maximal zulässige Last pro Reifen an. In Kombination dazu wird häufig mit dem Geschwindigkeitsindex gesprochen. Dieser Code – meistens ein alphabetischer Code auf der Reifenflanke – gibt die maximale Höchstgeschwindigkeit an, die Ihr ausgewählter Traktorreifen bewältigen kann.

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